Energiewirtschaft durch Smart Contracts stärker automatisieren

No
22. März 2018

In der Blockchain-Technologie steckt enormes Potenzial für die Energie- und Versorgungswirtschaft. Mithilfe des Smart-Contract-Konzepts können Energieversorger die komplexen Prozesse der zunehmend dezentralen Stromerzeugung teilweise oder vollständig automatisieren.

Derzeit wird erzeugte Energie über das Verteilnetz der Energieversorgungsunternehmen an industrielle und private Nutzer geliefert. Händler kaufen und verkaufen Energie an Börsen, Banken fungieren als Zahlungsdienstleister, über die die Transaktionen der beteiligten Akteure abgewickelt werden, und Behörden sind in Form von Genehmigungen und Überprüfungen des Energiemarktes involviert. Durch die Entwicklung hin zu einem Prosumermarkt, in dem Haushalte und Unternehmen gleichzeitig Produzenten und Verbraucher sind, werden die geschäftlichen Beziehungen, Transaktionen und Kontrollen deutlich komplexer und kleinteiliger.

Eine Antwort auf die Entwicklung sind Peer-to-Peer-Plattformen für den Energiemarkt ohne zentrale Instanz. Sie ermöglichen den Direkthandel mit elektrischer Energie zwischen Erzeugern, Verbrauchern und Prosumern. Steuert man den Prozess über eine Blockchain, werden Intermediäre überflüssig. Automatisierte Regelwerke, so genannte Smart Contracts, lösen eine vorab definierte Aktion aus, sobald eine oder mehrere ebenfalls vorab hinterlegte Bedingungen erfüllt sind. Es entsteht ein dezentral gesteuertes Transaktions- und Energieliefersystem. Die erzeugte Energie lässt sich über kleinere Netze, so genannte Microgrids, zum Endverbraucher transportieren.

In der Praxis erfassen intelligente Messsysteme erzeugte und verbrauchte Energie, der Energiehandel sowie die Bezahlung mit einer Kryptowährung erfolgen über die Blockchain – automatisch gesteuert mittels Smart Contracts. So erhält der Verbraucher über die Blockchain und darauf aufgesetzte Smart Contracts die Entscheidungsgewalt über Stromlieferverträge und Verbrauchsdaten.

Technisch werden alle relevanten Daten der Teilnehmer sowie deren Präferenzen wie Strommengen und -preise in einem zentralen „Stromkonto“ (Distributed Ledger) vorgehalten. Die Informationen über die Transaktionen werden über Schnittstellen zu Drittsystemen für Abrechnung, Reststrombeschaffung und -vermarktung,  Bilanzierung, und Stromkennzeichnung bereitgestellt.

Blockchain-Eignung an Prototypen erproben

Wichtig für die Umsetzung ist zu prüfen, ob ein konkreter Anwendungsfall die Merkmale einer Blockchain besitzt. Zudem gilt es, genau zu klären, was die Blockchain-Anwendung können soll, ob beispielsweise Smart Contracts oder eine Kryptowährung zum Einsatz kommen sollen. Stimmen die Grundbedingungen und sprechen die Eigenschaften der Anwendung für den Einsatz der Blockchain-Technologie, sollten darüber hinaus mögliche Show-Stopper ausgemacht werden, beispielsweise regulatorische Schranken.

Blockchain bei Sopra Steria Consulting

Sopra Steria Consulting unterstützt Entscheider dabei, konkrete Anwendungen für die Blockchain-Technologie zu konzipieren und Prototypen umzusetzen. Mit einem Blockchain-Eignungsaudit loten wir mit Ihnen systematisch aus, ob Blockchain die passende Technologie für Ihren konkreten Anwendungsfall ist. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website:

Unser Blockchain-Beratungs- und Leistungsangebot

Managementkompass Blockchain bestellen

Komplettes Beratungs- und Lösungsangebot für die Energie- und Versorgungswirtschaft

Haben Sie noch Fragen?
Sprechen Sie uns an ...

Michael Niebergall
Tel.: +49 40 22703-0
utilities.de@soprasteria.com