3 Denkanstöße für den strategischen Blockchain-Einstieg

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05. April 2019

Die Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer tasten sich an das Thema Blockchain heran. Das ergibt die Studie „Branchenkompass Automotive 2019“ von Sopra Steria Consulting. Wichtig ist, nach der Basisarbeit, dem Datensammeln und der Aufbereitung die passenden Anwendungsfälle zu entwickeln. Drei Dinge sollten Entscheider beim Einstieg beachten.

1. Blockchain, KI und IoT als Einheit begreifen

Bei der Entwicklung von Prototypen sollte die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) nicht isoliert betrachtet werden. Blockchain steht in enger Verbindung mit maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz sowie dem Internet of Things (IoT). Aus Autos werden künftig fahrende Roboter, Butler, Convenience-Lieferanten. Blockchain liefert in diesem Zusammenspiel der drei Technologien den Mechanismus, Kausalzusammenhänge herzustellen.

DLT, unabhängig vom Protokoll, kann beispielsweise das Verhalten aller Fahrzeuge im Straßenverkehr steuern, den geforderten Zugriff für verschiedene verteilte Parteien ermöglichen, kaufmännisch-rechtliche Interaktionen zwischen dem autonomen Fahrzeug und seinen menschlichen und maschinellen „Vertragspartnern“ herstellen, und Zustände des Fahrzeugs festhalten.

2. Skalierung ist wichtig

Wenn aktuelle Blockchain-Projekte scheitern, dann häufig aufgrund falscher Dimensionierung, einer übertriebenen Vision, einer überschätzten Machbarkeit oder aus zu geringem Druck auf Minimum Viable Products und Beachtung der heutigen Fähigkeit der Technologie. Wesentlich ist es deshalb, die Technologien und Protokolle sehr gut zu kennen, Anwendungsfälle vernünftig mit Augenmaß zu schneiden, zur Not Komplexität herauszunehmen, um ergebnisorientiert vorzugehen. Die Kopplung von DLT, dem IoT-Ansatz Directed Acyclic Graph und den Blockchain-Protokollen je nach konkreter Anwendung ist ebenfalls relevant, genauso wie der Aufbau einer industrialisierten Plattform.

3. Wer Blockchain will, muss loslassen können

Einigen Managern mag die Dezentralität nicht gefallen. Blockchain, also sicheres Managen von Prozessen in dezentralen und verteilten Organisationen, ist für Unternehmensentscheider zu aller erst ein mentaler Schritt – weg von der Prägung, alles in zentralen Ansätzen zu denken. Das Zulassen von Dezentralität wird vielfach als Abgabe von Kontrolle verstanden.

Die Entwicklung geht allerdings gerade in eine andere Richtung. Digitale Unternehmen denken heute in Vernetzung und effizienten Ökosystemen, sie leben Offenheit zu den Wertschöpfungspartnern und betreiben heute schon Patent-Sharing unter Wettbewerbern, zum Beispiel um Standards zu etablieren und in Form von Kooperation, ohne die Produkte teurer wären. Dieses Umdenken sollten Entscheider von Industrieunternehmen in ihre Blockchain-Überlegungen einbeziehen.

Wer mehr wissen möchte:
Diese Denkanstöße sind Teil eines längeren Gastbeitrages für das VDI-Wissensforum:

Blockchain trifft Automobilindustrie


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