Sharing Economy als Geschäftsmodell für die Telekommunikationsbranche

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17. Oktober 2019

Sharing EconomyDie Sharing Economy hat großes geschäftliches Potenzial – auch für die Telekommunikationsbranche. Erste Ansätze existieren bereits, doch es gibt weitere Anwendungsbeispiele. Zwei davon stellen wir als Impuls vor.

Die Sharing Economy ist ein Wachstumsmarkt. Experten gehen davon aus, dass die Umsätze von 15 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2014 auf bis zu 335 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 anwachsen werden. Viele Branchen haben das geschäftliche Potenzial bereits erkannt und setzen auf Plattformen mit Sharing-Prinzipien. Auch die Telekommunikationsbranche kann das Modell für sich nutzen. 

Telekommunikation ist teilbar

Als Technologiepartner und Infrastrukturlieferant sind Telekommunikationsunternehmen seit jeher ein unverzichtbares Rad im Sharing Economy-Getriebe. Um sich die Zukunft der Telekommunikationsbranche auch als Sharing Plattformbetreiber vorzustellen, sollten Unternehmen zunächst herausarbeiten, was teilbare Ressourcen sind, die zwischen möglichen Teilnehmern existieren.

Neben dem bereits existierenden WLAN-Sharing zwischen Privatkunden, steht Datenvolumen für Mobilfunkbetreiber und Nutzer dabei an oberster Stelle.

Ein mögliches Szenario: Einem Nutzer steht ungenutztes Datenvolumen zur Verfügung. Um diese überschüssigen Kapazitäten anderen Nutzern zugänglich zu machen, können MNOs oder MVNOs eine Plattform anbieten, auf der Nutzer diese Ressourcen untereinander teilen können und auf der die Transaktionen gegen minimale Kosten durchgeführt werden.

Ein weiteres Szenario ist die Einführung eines neuen MVNO mit einem Sharing-Marktansatz. Dieser MVNO könnte als Plattform für den Austausch der Ressourcen fungieren, indem er mit mehreren MNOs anstelle eines einzelnen – wie heute üblich – zusammenarbeitet. So könnten diese MVNOs eine integrierte Plattform für Nutzer unterschiedlicher Mobilfunkanbieter bereitstellen, auf der überschüssiges Datenvolumen verteilt werden kann. Dieses Plattform-Modell hätte für die Akteure folgende Vorteile:

  • MVNOs müssen kein Datenvolumen im Vollverkauf von traditionellen Anbietern kaufen.
  • Das Umsatzmodell ist simpel und basiert auf Transaktionsgebühren zwischen den Kunden der MNOs und den MVNOs.
  • MNOs erhalten einen Anteil der Transaktionsgebühren durch den Verkauf von Datenvolumen der MNO-Kunden an den Plattform-MVNO.
  • Nutzer können die Infrastruktur desjenigen Netzwerks nutzen, das für den aktuellen Standort am besten geeignet ist.

Die Sharing Economy verstehen

Wichtige Faktoren, auf die kommende Plattformbetreiber achten sollten, sind Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Es darf kein großer Aufwand für die Nutzer entstehen – weder für die Anbieter noch für die Verbraucher. Die Dienste sollten daher so intuitiv wie möglich aufgebaut sein, insbesondere wenn die Zielgruppe ältere Nutzer umfasst. Zudem erfordert das Teilen von Besitztümern ohne zentrales Qualitätsmanagement beidseitiges Vertrauen, vor allem bei immateriellen Gütern wie Daten und Bandbreite. Anders als beim Auto, das abgeschlossen und dessen Zustand äußerlich betrachtet werden kann, lassen sich Sicherheitslücken beim schon angebotenen WLAN-Sharing schwieriger feststellen. Eine verbreitete Unkenntnis der Verbraucher verstärkt die Skepsis bei Datensicherheit und Privatsphäre zusätzlich. Andere auf ihr privates WLAN-Netz oder auf ihre Endgeräte zugreifen zu lassen, erfordert daher viel Vertrauen. Das wird häufig durch Transparenz und Reputationsinstrumente wie Bewertungen und Verifizierungen hergestellt.

Sharing Economy

Plattformbetreiber sollten außerdem bedenken, dass die Nutzer und Anbieter vorrangig aus ökonomischen und nicht aus altruistischen Motiven heraus teilen. Es hilft daher, den ökonomischen Vorteil einer Transaktion hervorzuheben. Allerdings: Während wirtschaftliche Motive vor allem bei der initialen Entscheidung vorherrschen, Sharing-Dienste zu nutzen, verlieren sie für Bestandskunden an Bedeutung. Um bereits registrierte Teilnehmer zu binden, sollten Unternehmen daher den Fokus auf andere Aspekte verlagern. Dazu zählen beispielsweise das Gemeinschaftsgefühl und das Erlebnis.

 

Weitere Informationen:

Wenn Sie die Mechanismen der Sharing Economy näher interessieren, sprechen Sie uns an!

Unser komplettes Beratungsportfolio für die Telekommunikationsbranche
Fachartikel zum Thema Sharing Economy in der Funkschau
Fachartikel zu den Mechanismen und Motiven innerhalb der Sharing Economy bei t3n
Unsere Studie „Digital Platform Management“

 

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