Förderprogramme für Breitbandausbau auf dem Prüfstand

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21. Oktober 2014

Die hinter der Bundesregierung stehenden Fraktionen wollen den Breitbandausbau weiter vorantreiben. Dazu haben CDU und SPD im Bundestag den Antrag „Moderne Netze für ein modernes Land – Schnelles Internet für alle“ eingebracht, der allerdings auch Risiken für den Breitbandausbau birgt.

Denn künftig sollen, so der Antrag, alle Förderprogramme einer kritischen Betrachtung unterzogen und nur dann fortgesetzt werden, wenn sie zu mehr Ausbau im ländlichen Raum führen.

Ziel der Initiative ist es, Mitnahmeeffekte für Gebiete auszuschalten, in denen sich ein Ausbau ohne Förderung ohnehin gerechnet hätte. Ein reduzierter Bürokratieaufwand und Finanzierungshilfen in Form von Zuschüssen, Bürgschaften und Krediten dürften im ländlichen Raum vor allem den kleinen Betreiber- und Netzbaugesellschaften zu Gute kommen, die aufgrund geringerer Struktur- und Verwaltungskosten auch kleinere Projekte wirtschaftlich umsetzen können. Ein Parallelausbau der gleichen Gebiete durch einen zweiten großen Anbieter dürfte sich daher kaum lohnen.

Vor diesem Hintergrund stehen die Endkunden-Vertragspartner vor der Herausforderung, sogenannte „Open-Access“-Modelle in ihre Prozesse einzubinden, um auch weiterhin flächendeckend hohe Bandbreiten anbieten zu können und nicht in bestimmten Regionen zur zweiten Wahl zu werden.

Gerade im Privatkundengeschäft sind massentaugliche Prozesse gefragt, die nur dann wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben sind, wenn Aufträge so weit wie möglich zu automatisieren sind. Bereits heute bieten die auf WITA (WholeSale IT Architektur) basierenden Dienste die Chance, Bestell- und Wechselprozesse zu digitalisieren und so in einen automatisierten Auftragsprozess zu integrieren. Die WITA-Dienste lösen in den Bestell- und Wechselprozessen zwischen Anbietern und Carriern das antiquierte Fax-Verfahren ab. Dieses wurde zuletzt von der Bundesnetzagentur kritisiert, da es fehleranfällig und für viele Kundenstörungen mitverantwortlich ist.

Einen Wettbewerbsvorteil werden hier die Anbieter haben, die es schaffen, Whole-Sale- und Whole-Buy-Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu vermarkten. Gleiches gilt für die Trennung von Netzbetrieb und vertriebliche Marke. Nur wer den größtmöglichen Ertrag aus seinen eigenen Netzen erwirtschaftet und gleichzeitig ein möglichst flächendeckendes Angebot durch Nutzung fremder Netze machen kann, wird Skaleneffekte nutzen können.