Readiness-Analyse für EBA-konformes Stresstestprogramm

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22. März 2018

Die Roadmap zur Weiterentwicklung des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und drei Konsultationspapiere bedeuten eine Verschärfung der Anforderungen der zweiten Säule der europäischen Bankenaufsicht. Darauf müssen sich Institute einstellen.

Wesentliche Änderungen sind die Einführung einer Eigenmittelempfehlung für die Säule II, die so genannte Pillar 2 Guidance (P2G), und die Aufnahme der institutsindividuellen Stresstestprogramme als Gegenstand des SREP. Weiterhin werden die Anforderungen an das Zinsrisiko im Anlagebuch überarbeitet. Die Konsultation umfasst drei Dokumente:

  • die EBA-Leitlinie zum Stresstest: EBA/CP/2017/17,
  • die EBA-Leitlinie für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP): EBA/CP/2017/18 und
  • die EBA-Leitlinie zum Zinsrisiko im Anlagebuch (IRRBB): EBA/CP/2017/19.

In Bezug auf das Stresstesting enthalten die Konsultationspapiere eine Erweiterung der Anforderungen an aufsichtliche Stresstests und erläutern, wie die Ergebnisse dieser Stresstests künftig in die Kapitalanforderungen einfließen werden. Darüber hinaus werden auch umfangreiche Anforderungen an die internen Stresstestprogramme der Institute formuliert. Diese internen Stresstestprogramme werden künftig regelmäßig einer intensiven Prüfung unterzogen. Festgestellte Mängel können dann zu erhöhten Kapitalanforderungen im Rahmen der P2G führen.

Verschärfte Anforderungen an institutsindividuelle Stresstestprogramme

Die neue Leitlinie zum Stresstest (EBA/CP/2017/17) enthält die Anforderungen an interne Stresstestprogramme mit folgenden Verschärfungen:

  • Anforderungen an die Stresstest-Governance: konkrete Vorgaben in Bezug auf die Steuerungsrelevanz der Stresstestergebnisse und die Verantwortung der Geschäftsleitung.
  • Vorschriften zum Umfang der Stresstests: sowohl in Bezug auf die einzubeziehenden Bereiche, Risikoarten, Stresstest-Typen als auch die Ausgestaltung von Szenarien. Hier ist auch die Erweiterung durch die MaRisk-Novelle (09/2017) relevant, nach der makroökonomische Szenarien und deren Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil zu berücksichtigen sind.
  • Anforderungen an die Datenqualität und IT-Infrastruktur: Hier wird auf die Basler Anforderungen der Risikodatenaggregation und des Risikoreportings (BCBS 239) abgestellt. Diese wurden auch bereits in der MaRisk-Novelle (AT 4.3.4 und BT 3) von der deutschen Aufsicht umgesetzt.
  • Darüber hinaus werden Anforderungen an die Dokumentation konkretisiert.

Referenzmodell zur „Stresstest-Readiness“-Analyse nutzen

Die Leitlinien werden umfangreiche Anpassungen an den internen Stresstestprogrammen und an den betroffenen IT-Systemen erforderlich machen. Um negative Prüfungsfeststellungen und höhere Kapitalanforderungen zu vermeiden, empfiehlt sich eine strukturierte Bewertung des bestehenden Stresstestprogramms auf Basis der neuen Leitlinien durchzuführen. Als Ergebnis dieser „Stresstest-Readiness“-Analyse sollte eine Roadmap mit klar definierten Meilensteinen und Maßnahmen stehen, um identifizierte Lücken in den existierenden Stresstestprogrammen und der IT-Systemarchitektur zeitgerecht schließen zu können.

Referenzmodell Stresstest
Referenzmodell zur „Stresstest-Readiness“ für ein EBA-konformes Stresstestprogramm

Risk & Regulatory bei Sopra Steria Consulting

Sopra Steria Consulting berät und begleitet Institute mit maßgeschneiderten und verzahnten Lösungen für jedes Regelwerk zur Bankenregulierung. Zum Aufbau von Stresstestprogrammen bieten wir neben einem Referenzmodell zur „Stresstest-Readiness“ ein Data Integration Framework (DIF) für eine automatisierte Datenbewirtschaftung, individualisierbare Stresstest-Standardlösungen und fachliche Unterstützung unserer Branchenexperten.

Weitere Informationen zu unseren Leistungen für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen finden Sie auf unserer Website.

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