Digital Analytics weniger stiefmütterlich behandeln

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22. November 2017

Für Energieversorger steckt enormes Potenzial in der stärkeren Digitalisierung des Endkundengeschäfts. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen mehr über ihre Kunden und die Nutzung des digitalen Angebots lernen. Data Analytics wird damit zur Pflichtdisziplin.

Privatkunden wählen ihren Energieanbieter heute vorzugsweise im Internet aus. Das Management der Kundenverträge läuft ebenfalls überwiegend online ab. Energieversorger investieren große Beträge in ihre Websites, E-Mail-Kampagnen, mobile Apps und Social-Media-Kanäle. Sie sind damit praktisch Onlinehändler für Strom, Gas und Wasser. Die Auswertung der digitalen Kanäle – eine Kernkompetenz jedes professionellen Onlineshops – kommt allerdings zu kurz, verglichen mit der Relevanz und dem Potenzial, das in Data Analytics steckt. Dabei sollte jedes Unternehmen wissen wollen, ob Zeit und Ausgaben für Portale, Websites, Apps, Blogs und Mobility-Lösungen gut investiert sind.

Durch eine verbesserte Datenbewirtschaftung, gepaart mit den neuen Möglichkeiten von Data Analytics und künstlicher Intelligenz, lassen sich diverse Erkenntnisse ableiten, aus denen neues Geschäft entsteht. Netzbetreiber verfügen beispielsweise über wertvolle Verbrauchs- und Transaktionsdaten. Diese werden durch die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Vertrieb und Netz (Unbundling) allerdings kaum genutzt. Die Branche könnte intensiver nach rechtlich sauberen Möglichkeiten suchen, wie beispielsweise Netzbetreiber eigene Dienstleistungen für den Endverbraucher anbieten. Denkbar wäre, dass Algorithmen automatisiert Berichte erstellen, die die Netzbetreiber den Energieversorgern als kostenpflichtige Dienstleistung zur Verfügung stellen.

Bereits mit dem vorhandenen Datenbestand lassen sich neue Vermarktungsansätze entwickeln – vorausgesetzt, sie werden für eine feinkörnige 360-Grad-Sicht auf den Kunden genutzt. Eine umfassende Datenanalyse ermöglicht zum Beispiel automatisierte Vertriebsimpulse, mit denen Kunden etwa über Marktpreisschwankungen informiert werden. Ein größeres Wissen über Kunden – kombiniert mit intelligenten Test- und Auswertungsmöglichkeiten auf Basis künstlicher Intelligenz – ermöglicht zudem, zum richtigen Zeitpunkt personalisierte Angebote zu unterbreiten. Kunden, die in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen steigenden Energieverbrauch hatten, könnten Energieversorger Beratungsdienste zum Energiesparen anbieten.

Für die Energiebranche wird es Zeit, Data Analytics weniger stiefmütterlich zu behandeln. Im Ergebnis lassen sich die Cost to Serve pro Kunde absenken, die Kundenzufriedenheit sowie die Vertriebsaussichten im Privatkundensegment deutlich verbessern und die eigenen Kompetenzen im digitalen Energievertrieb ausbauen.

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