Energieunternehmen stehen auf dem Weg zur Digitalen Exzellenz erheblich unter Druck

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15. Oktober 2015

Unternehmen fast aller Branchen stehen unter Druck, ihre Digitalisierung voranzutreiben. Insbesondere an drei zentralen Stellen ergeben sich Herausforderungen: beim Aufbau und der Integration digitaler Kanäle zu ihren Kunden und Partnern, bei agilen und datengetriebenen Vorgehensweisen für die Entwicklung digitaler Angebote und bei der klaren Verankerung der Führungsverantwortung für die digitale Transformation. So lautet das Fazit der Studie zum Thema Digitale Exzellenz, das von Sopra Steria Consulting und der Universität Hamburg erstmals in dieser Tiefe untersucht wurde.

Die Digitalisierung bringt für die Energiebranche und deren IT-Verantwortliche signifikante Veränderungen mit sich. In der Regel orientiert sich die Unternehmens-IT mit ihren Projekten nach innen. Künftig ist es unerlässlich, Kunden und Partner intensiver in die eigenen Prozesse digital einzubinden. Hierzu müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein: Einerseits ist für das Massengeschäft eine Standardisierung von Prozessen und Systemen unentbehrlich, um beispielsweise innovative Lösungen in Form von „Software as a Service“ optimal nutzen zu können. Andererseits erwarten Kunden und Partner mehr Services, zum Beispiel Echtzeitangebote für smarte Produkte oder Dienstleistungen im Umfeld von Smart Home und Smart City. Darüber hinaus existiert auf Kundenseite eine große Nachfrage nach mehr Interaktion über soziale Medien. Unternehmen agieren zudem in sich verändernden Wertschöpfungsnetzwerken. Zusammen mit innovativen Partnern entwickeln sie die Fähigkeit für die digitale Integration eigener Lösungen oder Partnerlösungen.

Die Integration von Kunden und Partnern ist jedoch nur erfolgreich, wenn sie mit der Fähigkeit einhergeht, Angebote für die digitale Welt agil zu entwickeln. Die Studie zeigt, dass Unternehmen, die sich bei der Digitalen Exzellenz besser einschätzen, schneller und systematischer aus Daten Schlüsse für die Weiterentwicklung ihrer digitalen Angebote und Kanäle ziehen als schlechter aufgestellte.

Bei dieser datengetriebenen Agilität stellen sich zwei generelle Herausforderungen. Zum einen müssen Unternehmen Daten aus verschiedensten Quellen sammeln, systematisch auswerten und zur Entscheidungsfindung wieder in die Prozesse einfließen lassen. Ein solches datengetriebenes Vorgehen ist Kern der Entwicklung neuer digitaler Angebote. Zum anderen steht mit zunehmender Digitalisierung die Agilität des gesamten Unternehmens auf dem Prüfstand. Denn neue Anforderungen und Ideen müssen schnell realisiert werden, damit die Erwartungshaltung von Kunden und Partnern erfüllt wird. Die Kür besteht darin, beide Disziplinen optimal miteinander zu verzahnen, um smarte Produkte und Dienstleistungen agil und datengetrieben anbieten zu können.

Die Digitalisierung hat auch unternehmenskulturelle Implikationen: Die Unternehmensleitung muss sich darauf einlassen, von Daten „geführt zu werden“ und diese über Entscheidungsprozesse bestimmen zu lassen. Gleichzeitig ist auch eine „digitale Führung“ wichtig, indem die Geschäftsleitung die Digitalisierung durch eine klare Verantwortung unterstützt und durch geplante Organisations- und Kulturtransformation für das Fundament der Digitalen Exzellenz sorgt.

Ansprechpartner: Norbert Neumann

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