Die Zukunft von Tracking-Tarifen – Umfrage zur Nutzerakzeptanz

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15. Oktober 2015

Pay-as-you-live (PAYL) – Kündigt sich eine Revolution in der Personenversicherung an? Erstmals lassen sich Versicherungsrisiken anhand detaillierter Gesundheitsdaten berechnen. Konsumenten erfassen mithilfe von Smartphone-Apps Fitness, Ernährung, Schlaf, Stimmung und andere gesundheitsrelevante Daten. Mit einer neuen Studie untersucht Sopra Steria Consulting die Nutzerakzeptanz und wichtige Auswirkungen von PAYL-Tarifen.

Der Forschungsbedarf zu PAYL ist groß. Durch eine steigende Verbreitung von Fitness-Trackern, Smartwatches und Wearables wird die „Vermessung des Selbst“ für Viele alltäglich. Medizinische Sensoren werden zunehmend mit mobilen Endgeräten der Endkunden verknüpfbar. Im Zuge der Digitalisierung scheint eine neue Ära der Selbstvermessung unmittelbar bevorzustehen: Im Internet of Things sollen beispielsweise Sensor-Patches, elektronische Tattoos und implantierbare Sensoren zum Self-Tracking genutzt werden.

Bislang liegt der Fokus von PAYL auf der Erfassung von Vitalwerten. Daneben lassen sich neuartige Sensortechnologien für eine multidimensionale Erfassung der Gesundheit einsetzen, die weit über rein biologische Parameter hinausgeht. Zukünftig könnten sogar soziale und psychische Merkmale digital erfasst und ausgewertet werden. In einigen Modellen ist auch die Erfassung der Ernährungsgewohnheiten anhand des Kaufverhaltens von Lebensmitteln vorgesehen. Daraus resultierende Gesundheits- und Risikoprofile wären natürlich für Versicherer und deren Dienstleister sehr wertvoll. Tracking-Tarife bieten ihnen die Möglichkeit, Kunden mit guten Risikoeigenschaften zu gewinnen. Wird der Konsument durch die Datenerfassung zu einer gesundheitsorientierten Reflektion und Optimierung seiner Gesundheit angeleitet, wäre dies wiederrum auch vorteilhaft für das Versichertenkollektiv. PAYL bietet so ein großes Potenzial bei der Einsparung von Gesundheitskosten. Durch eine Auswertung der erfassten Daten sind auch neue Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Erkrankungen denkbar.

Neben den Chancen sind jedoch auch Risiken zu beachten: Der Datenschutz, eine mögliche Entsolidarisierung und die Vermeidung von Diskriminierung werden in diesen Tagen heiß diskutiert. Auch könnten unerwartete Nebenwirkungen des Self-Trackings im psychologischen sowie physiologischen Bereich auftreten – man denke hier an psychologische Zwänge zu mehr Bewegung. Selbst eine Verschiebung von Gesundheitsrisiken ist denkbar: Wird künftig der Orthopäde zu einem der meist benötigten Spezialisten der Ärzteschaft zählen und dem Internisten damit den Rang ablaufen?  Derartige Herausforderungen müssen adäquat berücksichtigt werden, wenn die Potentiale dieses wachsenden Marktes nachhaltig und kundenorientiert freigesetzt werden sollen.

In der Akzeptanzdebatte wurde häufig die Frage nach der Bereitschaft der Konsumenten gestellt, Gesundheitsdaten an die Krankenversicherung zu übermitteln. Dass dies in unserem Modell gar nicht nötig ist, könnte für viele überraschend sein. Genaueres dazu erfahren Sie in der Umfrage. Durch Ihre Teilnahme an der Umfrage können Sie das Forschungsvorhaben unterstützen.

Zur Umfrage: https://de.surveymonkey.com/r/KHGMFLJ

Ansprechpartner: Malte Schoß

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