EU-Vermittlerrichtlinie IDD: Noch ein Jahr Zeit für die Umsetzung

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08. März 2017

Nicht einmal mehr zwölf Monate haben Versicherer und ihre Vertriebspartner Zeit für die Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie „Insurance Distribution Directive“ (IDD). Damit tickt die Uhr für die gesamte Versicherungswirtschaft, und der Aufgabenkatalog hat es in sich: Die Vorschrift sieht unter anderem vor, dass Versicherungsvertreiber Interessenkonflikte vermeiden, Kosten und Provisionen offenlegen und die Beratung dokumentieren müssen. Zudem müssen alle am Versicherungsvertrieb Beteiligten nachweislich über ausreichende Fachkompetenz verfügen.

Betroffen sind Versicherer und Direktversicherer, aber auch so genannte Tippgeber, Online-Vergleichsportale sowie ein ausgelagertes Kundenservicecenter. Die Vermittlerrichtlinie IDD umfasst insgesamt vier große Handlungsblöcke:

Weiterbildung:
Anforderungen an Sachkompetenz führen zu erhöhtem Aufwand für Qualifikation und Fortbildung der Mitarbeiter, die an der Vermittlung beteiligt sind.

Vergütung:
Herstellung von Transparenz über Produktkosten sowie Anpassung der Vergütungssysteme zur Vermeidung von Interessenskonflikten zwischen Vermittler und Kunden.

Beratungsqualität:
Es muss sichergestellt werden, dass die Beratung den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden entspricht und die geforderten Dokumentationsanforderungen erfüllt werden. Auch hier gilt es, Interessenskonflikte zu vermeiden.

Produktgenehmigungsverfahren:
Erhöhte Anforderungen an den Produktentwicklungsprozess, zum Wohle des Verbraucherschutzes, die über den gesamten Produktlebenszyklus gelten. Den jeweiligen Vertriebskanälen müssen nicht nur sachgerechte Informationen zum Versicherungsprodukt bereitgestellt werden, sondern auch zur gewählten Vertriebsstrategie und zum Zielmarkt.

Arbeit mit Online-Partnern wird schwerer

Die Umsetzung der IDD in ihrer aktuellen Fassung wirkt sich auch auf die Zusammenarbeit der Versicherer mit Vergleichsportalen, Insuretechs und Online-Maklern aus. Sobald sie als Versicherungsvertreiber agieren oder Beratung anbieten, sind sie ebenfalls von der Richtlinie betroffen. Alle Beteiligten werden deshalb genau hinschauen, welche potenziellen Partner die besten IT-Systeme und Prozesse bieten, um den Spagat zwischen Regulierung und digitalem Vertrieb so effizient und nutzerfreundlich wie möglich zu schaffen.

Empfehlung: Internes Kontrollsystem aufbauen

Aufgrund der erhöhten Dokumentationspflichten, den Anforderungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten sowie den erhöhten Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen, rät Sopra Steria Consulting zu einem kontinuierlichen Nachweis der Compliance mit der IDD durch wirksame Kontrollen.

Unser Leistungsangebot umfasst einen Quick Check, um die IDD Readiness zu ermitteln. Er dient als idealer Einstieg zur Analyse der Ist-Situation, zur Identifizierung individueller Lösungsansätze sowie konkreter Maßnahmen. Durch die Etablierung eines internen Kontrollsystems stellen Versicherer die Compliance dauerhaft sicher.

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