Nutzenbasierte Versicherungstarife

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02. Juni 2015

„Context Based Services“ (CBS) sind Dienste, die das Verhalten von Menschen in Echtzeit analysieren und daraus Schlüsse für Unternehmen ziehen. Ein Beispiel: Der Beitrag einer Kfz-Versicherung sinkt, wenn ein Autofahrer verantwortungsbewusst und angemessen fährt – „pay as you drive“.

Messeinrichtungen im Auto erkennen einen Unfall, informieren automatisch den Rettungsdienst und analysieren den Hergang des Geschehens. Möglichkeiten für Versicherungen, an Ort und Stelle Mehrwerte zu bieten, gibt es viele. Dennoch steckt das Konzept der „Context Based Services“ noch in den Kinderschuhen. 

Angebote, die auf telematisch erfassten Daten basieren, haben das Potenzial, das Geschäftsmodell der Versicherungen zu revolutionieren: Ein vernetztes Auto, das Standortdaten und Status-Updates verschickt, meldet selbst automatisch den bei einem Unfall entstandenen Schaden und stellt den Unfallhergang dreidimensional nach. Dadurch kann die Höhe des Schadens noch vor dem Gutachten der Werkstatt kalkuliert werden. Mit dieser Technologie können Versicherungen nicht nur enorme Kosten sparen. Sie bietet ihnen auch zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Services, etwa einen Diebstahlschutz, wenn Versicherte ins Ausland fahren. Der After-Sales-Markt wird zum Schlüsselargument.

Entscheidend ist, dass es den Versicherungen gelingt, ihren Kunden einen Mehrwert im Tausch für ihre Daten zu vermitteln und der Kunde weiterhin freiwillig entscheiden darf, ob er die Vorzüge dieser Tarife nutzen will. Denn Kunden sind dann bereit, mehr Informationen preiszugeben, wenn sie davon profitieren. Der Nutzwert lässt sich derzeit im Kfz-Bereich besonders gut darstellen. Versicherte profitieren, indem sich beispielsweise Unfälle vermeiden lassen oder Rettungskräfte schneller am Unfallort eintreffen. Der Fahrer profitiert auch durch zahlreiche Erleichterungen, wie bei der Parkplatzsuche.

Es gibt aktuell mehrere Gründe für die Zurückhaltung der Versicherungsbranche: Zum einen ist bei der telematischen Erhebung die Frage der Datenhoheit zu klären. Zum anderen mangelt es an den entsprechenden IT-Infrastrukturen. Die technologischen Voraussetzungen müssen vielerorts noch geschaffen werden. Aus der aktuellen öffentlichen Diskussion ergibt sich zudem die Frage, wie zukünftig mit „Gut-„ beziehungsweise „Schlechtrisiken“ im Vergleich zum Versicherungsbestand umgegangen werden muss. 

Sopra Steria Consulting hat gemeinsam mit seinem Partner Scope Technologies eine ganzheitliche Lösung für „Context Based Services“ entwickelt, bestehend aus Hardware, Software und Beratung. Die Software von Scope Technologies setzt auf bestehender Hardware auf. Sopra Steria Consulting bietet zusätzlich Beratungsleistungen an, die sich durch umfassendes Big-Data-Expertenwissen und langjähriges Branchen-Know-how auszeichnen.

Ansprechpartner: janina.roettger@soprasteria.com