Scheitern Lebensversicherer am Reformgesetz?

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12. Februar 2015

Aufgrund des neuen Lebensversicherungsreformgesetzes stehen die Lebensversicherer unter enormem Zeitdruck.

Die wichtigsten Maßnahmen des Reformpaketes sollten bereits zum 1. Januar 2015 umgesetzt sein und betreffen fast alle Bereiche der Lebensversicherer. Konnten Versicherungsunternehmen die Neuerungen bislang noch nicht realisieren, besteht die Gefahr, dass Neugeschäft wegfällt.

Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz sind weitere regulatorische Anforderungen auf die Versicherer zugekommen, die innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden mussten. Die Tragweite des Gesetzes ist enorm, denn es betrifft fast alle Bereiche der Lebensversicherung und setzt die gesamte Branche unter großen Zeitdruck. Für viele Versicherer war es kaum möglich, alle Neuerungen mit Inkrafttreten des Gesetzes oder bis zum Ende des letzten Jahres umzusetzen.

Darüber hinaus ist das Neugeschäft der Lebensversicherer durch die Reform direkt betroffen, da sie eine neue Tarifgeneration einführen müssen. Das ist unmittelbar auf die im Reformgesetz enthaltene Absenkung der Höchstgrenze für den Zillmersatz von 40 auf 25 Promille sowie des Mindestzinssatzes für die Berechnung von Deckungsrückstellungen von 1,75 auf 1,25 Prozent zurückzuführen. Daher mussten Lebensversicherer ihre Angebots-Software bis spätestens November 2014 umstellen, um das Neugeschäft nahtlos weiterführen zu können.

Eine weitere Auswirkung ist die Offenlegung einer Gesamtkostenquote des Versicherungsvertrages vor Vertragsabschluss. Die BaFin erhält zudem zusätzliche, erweiterte Befugnisse und kann Sanierungsmaßnahmen bei Versicherern anordnen. Die Versicherer selbst haben künftig weniger Spielraum bei der Bestimmung der Ausschüttungen an ihre Aktionäre.