Versicherungen im Digitalisierungshype

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02. Juni 2015

Mobility wird gemeinhin als zentraler Faktor der aktuellen Digitalisierungswelle bezeichnet. Aber was bedeutet das eigentlich – speziell für die Assekuranz? Digitalisiert die Versicherungswirtschaft nicht schon seit mindestens 40 Jahren konsequent ihre Prozesse und Abläufe? Auch mit der Fragestellung der Mobilisierung beschäftigen sich Versicherer seit vielen Jahren, nicht zuletzt aufgrund der Mobilitätsanforderungen von Vertrieb und Service. Was also ist wirklich neu und anders als bisher?

Diskussionen in der Assekuranz zum Thema Mobilität finden oft nur in einem kleinen Ausschnitt statt, der sich mit Smartphones und Tablets als Spitze des Eisbergs beschäftigt. Oft sind die betrachteten Einsatzszenarien auch noch nicht sehr mobil, da es eigentlich darum geht, bestehende Prozesse und Abläufe in einen weiteren Kanal zu bringen, statt auf die jeweiligen Möglichkeiten und Besonderheiten der unterschiedlichen mobilen Endgeräte Rücksicht zu nehmen.

Sinnvolle Services, die sich in manchen Häusern auch schon durchgesetzt haben, sind mobile Vertragsübersichten mit direkten Self-Service-Funktionen, Rechnungsupload per Systemkamera, mobile und mit Kontextinformationen angereicherte Formulardialoge oder personalisierte Termininformationen unter Einbeziehung des Gerätekalenders.

Beispiele lassen sich selbstverständlich viele konstruieren. Wichtig ist jedoch, dass entsprechende Überlegungen strategisch getrieben sowie alle relevanten Zielgruppen berücksichtigt und Prozesse im individuellen Unternehmenskontext analysiert werden, um relevante Services sowohl für Kunden als auch für das Versicherungsunternehmen mit seinen Mitarbeitern und Partnern zu entwickeln.

Selbstverständlich gibt es im Versicherungsumfeld eine wesentliche Besonderheit zu beachten: Anders als zum Beispiel bei Banken oder im Handel sind Kundenkontakte selten. Daraus resultiert, dass nicht nur die Nutzungsfrequenz, sondern auch der Verbreitungsgrad mobiler Versicherungsanwendungen auf den Endgeräten der Kunden gering ausfällt. Es kann also nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dass sich Kunden für eventuelle Anwendungsfälle Apps ihrer Versicherungen herunterladen und installieren.

Weitere Informationen

Ansprechpartner: sebastian.schroeder@soprasteria.com