Offshoring ja – aber kein Big Bang sondern selektiv

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14. Mai 2014

Die Zeit der großen Outsourcing-Deals ist vorbei. Vor allem klassische IT-Themen holen Unternehmen zunehmend zurück oder verändern den Umfang und Inhalt. Daher bleibt das Wachstum auch weiter hinter den Erwartungen und Prognosen zurück. Dennoch sourcen Unternehmen aus, allerdings unter veränderten Vorzeichen. Vier Trends, wie sich der Outsourcing-Markt entwickelt:

  • Es finden kaum noch großvolumige Geschäfte statt; Full-Outsourcing wird kaum noch praktiziert. Unternehmen lagern eher selektiv Anwendungen und Prozesse aus. Indem Unternehmen einzelne Aufgaben gezielt auslagern, reduzieren sie das Risiko der Replizierbarkeit, Abhängigkeit und vor allem dem Know-how-Verlust.
  • Outsourcing-Verträge werden mit kürzeren Laufzeiten abgeschlossen, um sich nicht unnötig lange an einen Anbieter zu binden.
  • Die wenigsten Firmen verfolgen eine Single-Vendor-Strategie, sondern kooperieren lieber mit mehreren Servicepartnern, um Abhängigkeiten zu verringern und sich Optionen für Innovationen oder Veränderungen zu sichern.
  • Unternehmen lagern weniger IT und mehr Prozesse und Applikationen aus. Waren noch vor wenigen Jahren der Helpdesk oder die Onsite-Betreuung klassische Outsourcing-Bereiche, so kristallisieren sich heute zum Beispiel HR-Prozesse und -Anwendungen, aber auch CRM, ERP und Hype-Themen wie Big Data und Social Media heraus, die bevorzugt an externe Dienstleister vergeben werden.

Eine der größten Hürden ist nach wie vor der Datenschutz. Denn nicht erst seit dem Bekanntwerden der Abhöraktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste legen Unternehmen großen Wert darauf, dass Datenbearbeitung transparent und gemäß Richtlinien und Vorgaben erfolgt. Dem Beratungspartner kommt daher immer mehr die Rolle zu, Kunden alternative Wege aufzuzeigen, mit denen sie die Möglichkeiten für die jeweiligen Bedarfe ausschöpfen und gleichzeitig ihre Compliance-Richtlinien einhalten können, indem sie beispielsweise auf ein Hybridmodell aus Off- und Nearshoring setzen. Entscheidend sind hierbei deshalb mehr denn je hohes, vertikales Geschäftsprozess-Know-how, um darauf ausgerichtet ein kundenspezifisches Delivery-Modell zu entwickeln und dabei gleichzeitig alle Skaleneffekte aus den klassischen Modellen zu nutzen.