Bundesbürger geben Verwaltungsdigitalisierung schlechte Noten

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08. März 2017

Die Digitalisierung von Ämtern und Behörden in der Bundesrepublik hinkt der Entwicklung in anderen europäischen Ländern hinterher. Nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung hält den Einsatz digitaler Technologien im öffentlichen Sektor für sehr weit oder ziemlich weit fortgeschritten. Das sind 22 Prozentpunkte weniger als in Norwegen. Auch hinter Frankreich und Großbritannien liegt Deutschland zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie des Marktforschungsinstituts IPSOS im Auftrag von Sopra Steria.

Selbst in der Finanz- und Steuerverwaltung, wo der Digitalisierungsgrad am höchsten bewertet wird, liegen die Einschätzungen der Norweger und Franzosen signifikant über den Werten Deutschlands und Großbritanniens. Vor allem der Wunsch nach digitalen Technologien in der Kommunikation von Bürgern und Behörden wird deutlich. Priorität hat eine forcierte Digitalisierung für Bürger hierzulande vor allem in Bezug auf Personenstanddaten und das Meldewesen, in der Steuerverwaltung sowie im Gesundheitssektor. Zudem fordern viele ein einheitliches Verwaltungsportal, um die gleichen Daten nicht mehrfach an verschiedene Behörden übertragen zu müssen.

Auch Rückmeldungen der Bürger zu bestehenden digitalen Diensten werden bislang nicht ausreichend beachtet. Über alle betrachteten Länder hinweg glaubt nur durchschnittlich ein Drittel der Studienteilnehmer, dass ihr individuelles Feedback zu bestimmten digitalen Verwaltungsdiensten von den jeweiligen Behörden tatsächlich auch zur Verbesserung der Servicequalität genutzt wird. Ein Weckruf an Bund, Länder und Kommunen, die oft beschworene Kundenorientierung nun tatsächlich auch als Richtschnur der Digitalisierung im öffentlichen Sektor strategisch zu verankern.

Die Defizite beim Thema Digital Government in Deutschland haben Folgen: Durch Mängel im Online-Service halten sich die Besuche der Deutschen auf den E-Government-Portalen der Ämter in Grenzen. Jeder Fünfte nutzt die Internet-Dienste der öffentlichen Verwaltung überhaupt nicht. Zum Vergleich: In Norwegen nutzt jeder Vierte das E-Government-Angebot mindestens einmal im Monat.

Nur wenn es gelingt, bei Standardanliegen für mehr Self-Service und bei weniger vertrauten Fragen für behördenübergreifenden Zugriff auf Daten sowie schnellen Bürgerservice im Sinne von „One Stop Government“ zu sorgen, lassen sich die nötigen Einsparpotenziale ausschöpfen.

Management Summary zum Digital Government Barometer

Downloadseite zur Gesamtstudie Digital Government Barometer

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