E-Government kann öffentliche Schulden senken

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28. Oktober 2014

Wie eine Untersuchung des europäischen Statistikamtes Eurostat belegt, bewegen sich die öffentlichen Schulden in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau.

Es wird deutlich, dass der öffentliche Sektor das Optimierungspotenzial durch digitalisierte Prozesse noch lange nicht ausschöpft. Vor allem eine stärkere Nutzung von E-Government würde die Ausgaben dauerhaft senken. Bislang ist die digitale Kommunikation mit Behörden in Deutschland allerdings noch nicht besonders ausgeprägt.

Aktuell nutzen 83 Prozent der deutschen Unternehmen das Internet zur Kommunikation mit den staatlichen Behörden. Damit liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt (88 Prozent) und deutlich hinter Litauen, Finnland und Island, wo fast alle Unternehmen digital mit öffentlichen Stellen kommunizieren. Bei Bürgern hat sich E-Government hierzulande noch weniger etabliert: Nicht einmal jeder Zweite nutzt das Internet, um seine Behördengänge zu erledigen, was maßgeblich mit der Qualität des Angebots zusammenhängt - weniger als die Hälfte der Bürger (47 Prozent) ist mit den Webseiten der Behörden zufrieden.

Die Voraussetzung für eine stärkere E-Government-Nutzung ist eine umfassende Digitalisierung der Behördenprozesse – über die Grenzen einzelner Stellen hinweg bis hin zum einzelnen Bürger. Auf diesem Weg zu einer digitalen Prozesskette gibt es allerdings drei Hürden: Erstens tauschen Behörden sich zu wenig über bereits realisierte Digitalisierungsprojekte aus und entwickeln kaum Best Practices, an denen sich andere Stellen orientieren könnten. Zweitens schafft die aktuelle Gesetzeslage im Bereich Datenschutz zu komplexe Rahmenbedingungen. Und drittens gibt es keine geeigneten Analyseinstrumente, um diejenigen Prozesse zu identifzieren, die aus Kostengründen am ehesten digitalisiert werden sollten.