Hohes Optimierungspotenzial bei Jobcentern

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21. Oktober 2014

Mit der Einführung von Hartz IV zum 1. Januar 2005 ging eine Neuorganisation der leistungserbringenden Stellen einher. Nachdem zunächst Arbeitsgemeinschaften aus den Agenturen für Arbeit und den Städten sowie Landkreisen für die Erbringung der Leistungen zuständig waren, wurden 2011 die Arbeitsgemeinschaften in gemeinsame Einrichtungen überführt. Diese haben dann zusammen mit über 100 zugelassenen kommunalen Trägern als Jobcenter die Leistungserbringung nach dem SGB II übernommen.

Eine Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Prozessgestaltung und das Qualitätsmanagement in den Jobcentern untersucht hat, zeigt Optimierungspotenzial auf.

Die bundesweite Umfrage verdeutlicht, dass aufgrund der bestehenden Heterogenität ein pauschaler Ansatz im Hinblick auf die Prozessgestaltung nicht zielführend sein kann: Denn innerhalb der jeweiligen Organisationen existieren unterschiedliche Qualitätsverständnisse. Insbesondere zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der ersten Führungskräfteebene findet ein Bruch in der Wahrnehmung statt, was unter guter Qualität der Leistungserbringung zu verstehen ist.

Um ein gemeinsames Verständnis in Jobcentern zu schaffen, sollten die Akteure aller Ebenen bei der Erstellung eines neuen Qualitätssicherungsverfahrens miteinbezogen werden. Nur durch lokal erstellte und regelmäßig überprüfte Konzepte kann Qualitätsarbeit vor Ort und nachhaltig etabliert werden. Das Vorgehen sollte dabei Jobcenter-übergreifend verbindlich und einheitlich geregelt sein. Als strukturierter, methodischer Rahmen hat sich nach Ansicht von Steria Mummert Consulting das Comment Assessment Framework (CAF) als gemeinsames Qualitätsbewertungsmodell der öffentlichen Verwaltung in Europa bewährt. Der Vorteil: Es ist ein „schlanker“ konzeptioneller Ansatz, der mit einem relativ geringen Umsetzungsaufwand verbunden ist. Darüber hinaus ermöglicht es eine Selbstbewertung durch die Jobcenter und eine externe Validierung. Zudem bindet es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter ein und steigert somit die Akzeptanz, da deren Beteiligung Grundvoraussetzung für Qualitätsarbeit ist. Zudem zielt das CAF explizit auf die Etablierung einer lernenden Organisation ab.