Mobile Verwaltung: Behörden investieren verstärkt in Bürger-Apps

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28. Mai 2014

Mobile Government ist auf dem Vormarsch: 40 Prozent der Behörden in Deutschland planen, bis 2015 in Angebote für Smartphones und Tablets zu investieren.

Damit verzeichnet der Bereich einen erheblichen Aufschwung, denn 2012 lag die Quote noch bei 25 Prozent. Bislang wird der Umstellungsprozess noch von kulturellen Hürden gebremst. Mobile Government bedeutet auch mehr Bürgerbeteiligung, und das ist für Behörden noch ungewohnt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Branchenkompass 2013 Public Services“ von Steria Mummert Consulting.

Mit Dialog- und Mitmachplattformen wollen die Behörden künftig auf eine stärkere Bürgerbeteiligung setzen. Immer mehr Entscheider weisen dem eine enorme Bedeutung zu. Schließlich könnten mobile Anwendungen für Bürger die Verwaltungen mittelfristig erheblich entlasten und ihnen die Einsparung oder effizientere Nutzung von Ressourcen ermöglichen. Zudem gewährleistet diese neue Form der Bürgerbeteiligung eine schnellere Erfassung sowie Bearbeitung von Störungen und Schäden. So könnten Meldungen über defekte Straßenlaternen oder Asphaltschäden von jedem Bürger einfach per Smartphone an die zuständige Behörde weitergeleitet werden.

Damit solche spezifischen Angebote der Verwaltungen auch gefunden werden, hat die Bundesregierung bereits 2012 den App-Store „GovApps“ (www.govapps.de) ins Leben gerufen.  Bei der Einschätzung der Bedeutung von Mobile Government gibt es aber starke regionale Unterschiede. So haben im süddeutschen Raum bereits neun von zehn Verwaltungen in entsprechende Maßnahmen investiert oder planen dies zu tun. In ostdeutschen Behörden sind es hingegen nur 16 Prozent. 

Allerdings wird die Skepsis auf breiter Ebene geteilt. Zwei Drittel der Befragten ist der Nutzen von Mobile Government noch nicht klar. Um den Blick der Entscheider in den Verwaltungen für die Stärken von Mobile Government zu schärfen, sollten die Vorteile digitaler Anwendungen aufgezeigt werden. Ganze 88 Prozent sehen in der Umstellung auf digitale Anwendungen die größte Herausforderung für den Behördensektor. Dabei bereiten nicht nur die technischen Maßnahmen Kopfzerbrechen, sondern auch die Qualifizierung und Bereitstellung von Mitarbeitern. 

Auch an der Perspektive scheint es noch zu mangeln. Immerhin 65 Prozent der befragten Entscheider sehen große Hindernisse beim Umstieg auf neue Kommunikationswege in der Verwaltungskultur – offenbar ist für viele Behördenmitarbeiter das Thema Bürgerbeteiligung generell noch Neuland.