„Digitale Exzellenz“ macht Schule

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19. April 2016

Schulische Bildung gilt im gesellschaftlichen Diskurs zu Recht als ein Schlüsselfaktor für die Zukunft unseres Landes. Der Fachkräftemangel einiger Branchen lässt erahnen, vor welche Herausforderungen uns die demografische Entwicklung bereits in wenigen Jahren stellen wird. Wohlstand und Wachstum sind künftig nur möglich, wenn es gelingt, das vorhandene Talente-Potenzial besser als heute zur Entfaltung zu bringen.

Dabei ist hohe Effektivität der schulischen Bildung nicht nur die Grundbedingung für eine auch künftig prosperierende Volkswirtschaft, sondern ebenso für die Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen, des Gesundheitswesens und der Gesellschaft insgesamt. Die Anforderungen, die mit der schulischen Integration tausender Kinder und Jugendlicher mit Fluchterfahrung einhergehen, vergrößern die Herausforderung noch weiter.

Trotz dieser überragenden Bedeutung ist die digitale Transformation im deutschen Schulwesen über rudimentäre Ansätze in Form von ersten E-Learning-Angeboten oder Schulmanagementsoftware bisher nicht hinausgekommen. Während sich eine Vielzahl von Lebensbereichen und Wirtschaftszweigen im Zuge der „Digitalen Revolution“ bereits grundlegend verändert hat und mittels neuer Technologien und Strukturen steigende Dienstleistungsqualität, einfachere Prozesse oder größere Partizipationsmöglichkeiten bietet, wird in deutschen Schulen wie vor hundert Jahren vorwiegend mit Kreide an der Tafel unterrichtet und über Strichlisten die Fehlzeitenstatistik erstellt. Ein enormes „Digitalisierungspotenzial“ scheint hier noch im tiefen Dornröschenschlaf zu sein.

Was nun: Ein interaktives Whiteboard in jeden Klassenraum stellen, Lehrer ins IT-Seminar schicken und los geht‘s? Nein! Den größten gesellschaftlichen Mehrwert stiftet Digitalisierung nicht dadurch, dass althergebrachte Prozesse einfach 1:1 über elektronische Medien abgebildet werden. Das funktioniert nur durch die intelligente Veränderung vorhandener Strukturen, Abläufe und Verhaltensweisen. Das Wesensmerkmal disruptiver Innovationen liegt gerade darin, etwas Neues zu schaffen, das in dieser Form so nicht absehbar war und sich nicht evolutionär aus der kleinteiligen Fortentwicklung des Status quo ergeben hätte.

Der Erfolg der „digitalen Bildungsrevolution“ wird daran gemessen werden müssen, inwieweit es gelingt, die knappen Ressourcen (insbesondere Arbeitszeit der Lehrkräfte) effektiver einzusetzen. Nur so wird es gelingen, einzelne Schüler dort zu unterstützen, wo diese es am meisten benötigen. Dann können auch Lehrkräfte und Eltern vom Nutzen der Veränderungen überzeugt werden. Es kann nicht darum gehen, Lehrkräfte durch Computer zu ersetzen; Technik wird nie die Hauptrolle im Lernprozess spielen. Unter Beachtung von Datenschutz und Informationssicherheit kann sie aber Aufgaben übernehmen bzw. unterstützen, die momentan viel Zeit rauben und einen nur geringen Mehrwert für den individuellen Lernerfolg liefern (z. B. administrative Aufgaben) oder derzeit nicht optimal wahrgenommen werden können (z. B. Auswertung von Lernfortschritten und Fehlermustern auf Basis von „Big Data“).

 

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Hinrich Herkewitz

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