Revolution im Festnetz

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12. Februar 2015

Bisher konnte die Qualität eines Breitbandanschlusses höchstens an „Speedtests“ oder der Ausfallsicherheit festgemacht werden.

Mit dem Start von Streaming-Diensten verändert sich die Wahrnehmung auf Kundenseite jedoch massiv. Um die Ressourcen künftig effizient zu nutzen und die Chancen aus diesem Wandel zu ergreifen, sind neue Geschäftsmodelle in der Telekommunikation notwendig.

Wearables und Streaming-Dienste erhöhen den Bandbreitenbedarf, tauchen bisher jedoch in keinem „Revenue Stream“ der Telekommunikationsunternehmen auf. Der steigende Medienkonsum und der Trend zum Content aus der Cloud führen in den nächsten Jahren zu weiteren Engpässen. Während die wachsenden Bandbreiten der Mobilfunktechnologien lange dafür gesorgt haben, dass das Festnetz aus dem Fokus geraten ist, erfordern neue Dienste eine intelligentere Nutzung aller Netzzugänge in einem Technologiemix aus Festnetz und Mobilfunk. Nur mit der Einbindung von Festnetzanschlüssen und Hotspots kann der Bedarf gedeckt werden, den mobile Geräte, Wearables und verschiedenste M2M-Anwendungen künftig erzeugen. Um die Geschwindigkeit des Breitbandausbaus zu erhöhen, sind neue Investitions- und Finanzierungsmodelle notwendig.

Die Bundesregierung wird dafür jedoch keine Subventionen in Milliardenhöhe bereitstellen. Ein Ausbau lohnt sich daher nur, wenn die technischen Kapazitäten möglichst schnell hohe Belegungsraten erreichen und einen zügigen „Return on Investment“ erzeugen. Innovative Geschäftsmodelle in der Telekommunikation müssen daher alle im Unternehmen verfügbaren Ressourcen effizient ausnutzen. Mit den Schnittstellen WBCI und S/PRI sind die Grundsteine für einen veränderten Telekommunikationsmarkt gelegt. Stadtwerke, regionale Versorger und spezialisierte Glasfasergesellschaften, die ihre Infrastruktur für jeden Wettbewerber offen vermieten, liefern einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Breitbandnetze. Überregionale Unternehmen können dann ein Produkt vermarkten, das von der Zugangstechnologie unabhängig ist und die vorhandenen Dienste für den Kunden in einem Vertragsangebot harmonisieren.