Geschäftsprozessoptimierung mit OSPlus-Kredit

Die deutschen Sparkassen schließen den Umstieg auf das Gesamtbanksystem OSPlus in Kürze ab. Daniel Kasch gibt Antworten zur Geschäftsprozessoptimierung beim Einsatz des Moduls OSPlus-Kredit.

Die deutschen Sparkassen schließen den Umstieg auf das Gesamtbanksystem OSPlus in Kürze ab. Daniel Kasch gibt Antworten zur Geschäftsprozessoptimierung beim Einsatz des Moduls OSPlus-Kredit.

Herr Kasch, die Migration sämtlicher Sparkassen auf das in OSPlus integrierte Kreditsystem OSPlus-Kredit ist weitestgehend abgeschlossen. Was empfehlen sie den Sparkassen auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die bisherigen Kreditsysteme, beispielsweise Krebis, S-Credit oder S-Kredit, bis Ende 2012 abgeschaltet werden? 


Daniel KaschDaniel Kasch: Die Sparkassen sind gut beraten, so schnell wie möglich damit zu beginnen, vollumfänglich mit OSPlus-Kredit zu arbeiten. Mit vollumfänglich ist die Nutzung der Funktionen aller Anwendungskomponenten für den Bereich Markt als auch Marktfolge gemeint. Je früher sich die Sparkassen mit den neuen IT-Systemen vertraut machen, desto reibungsloser klappt die Abschaltung der Altsysteme. Denn erfahrungsgemäß dauert es einige Zeit, bis die Mitarbeiter komplett mit dem neuen System arbeiten können. Zuvor stehen umfassende Schulungen und die Optimierung der Administrationsabläufe an. 
 
Wie macht sich der OS-Plus-Umstieg in den Arbeitsprozessen einer Sparkassen-Kreditabteilung bemerkbar? 

Kasch: Die Einführung neuer IT-Systeme hat immer auch Einfluss auf die Geschäftsprozesse. Für die Sparkassen ein guter Zeitpunkt, die bisherigen Abläufe kritisch zu prüfen und die neuen Möglichkeiten von OSPlus für Verbesserungen zu nutzen. OSPlus-Kredit unterstützt die Kreditprozesse in Markt und Marktfolge vor allem in punkto Effizienz. Eine Menge redundanter Tätigkeiten entfallen. Dafür sorgt eine einheitliche Datenbasis im gesamten Kreditbearbeitungsprozess. Das integrierte Ereignissystem sorgt beispielsweise dafür, dass das sonst für jeden Arbeitsschritt erforderliche, manuelle Verfassen einer E-Mail wegfällt. Der nächste Sachbearbeiter wird maschinell über die durchzuführende Tätigkeit informiert. Dadurch werden bisherige Fehlerquellen minimiert. Gleichzeitig fallen Medienbrüche, und bei optimierten Geschäftsprozessen auch überflüssige Prozesslaufzeiten, Kontrollen und Terminüberwachungen weg. Bei optimaler Ausrichtung der Prozesse können die Durchlaufzeiten sowie die Produktionskosten beispielweise bei einer Standard-Baufinanzierung deutlich gesenkt werden. 
 
Müssen denn alle Sparkassen, die mit OSPlus-Kredit arbeiten, zwingend auch die gleichen Geschäftsprozesse einsetzen? 
 
Kasch: Nein. OSPlus-Kredit lässt sich auf die Belange und Anforderungen der einzelnen Sparkasse anpassen. Es bleibt jeder einzelnen Sparkasse überlassen, wie die Geschäftsprozesse und Verantwortungen geregelt werden. Das System erlaubt klare Schnittstellen zwischen Markt und Marktfolge für ein funktionierendes Vier-Augen-Prinzip im Kreditgeschäft. Welche der beiden Bereiche in welchem Umfang die Kreditbearbeitung vornimmt, definiert jede Sparkasse selbst. 
 
Werden durch die neuen Prozesse einige Mitarbeiter überflüssig? 
 
Kasch: Ebenfalls nein, aber die Arbeit ändert sich. Denn ein wichtiges Ziel der Umstellung auf OSPlus-Kredit ist die Entlastung der Mitarbeiter von administrativen Aufgaben. Mit den gewonnenen Freiräumen können sich Kreditrisikomanager verstärkt in die Kundenberatung und das Cross Selling einschalten.
 
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Experteninformationen:
Daniel Kasch ist Principal Consultant bei Sopra Steria Consulting und zuständig für Geschäftsprozessoptimierung bei Sparkassen.
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