Ohne Pass kein Marktzugang in der EU
Am 18. Februar 2027 beginnt in der EU die Passkontrolle für Produkte. Grundlage sind die Batterieverordnung und für weitere Produktgruppen die EU-Verordnung Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR). Die EU will mit dem Digitalen Produktpass Kreislaufwirtschaft digital ermöglichen: Verlässliche Produktdaten sollen Reparatur, Wiederverwendung und Recycling erleichtern und Rohstoffe länger im Kreislauf halten.
Zuerst trifft die Pflicht Batterien mit dem Batteriepass, dem Produktpass für Batterien. Danach folgen Stahl, Textilien, Aluminium, Reifen und Möbel. Für jedes betroffene Produkt, das ab dann neu auf den EU-Markt kommt, gilt: ohne gültigen Digitalen Produktpass kein Verkauf. Das gilt ebenso für Hersteller außerhalb der EU, die hier verkaufen wollen.
Sopra Steria bindet Ihre Quellsysteme an und erstellt die Pässe automatisiert aus den Daten, die Sie bereits haben.
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Passkontrolle für Produkte: was geprüft wird und ab wann
Die Zoll- und Marktüberwachungsbehördenlegen die Passkontrolle für Produkte so an: Den Pass stellt das Unternehmen aus, das das Produkt in Verkehr bringt. Im EU-DPP-Register, seit dem 20. Juli 2026 in Betrieb, stehen nur die Kennungen, die Produktdaten bleiben beim Unternehmen. Zoll und Marktüberwachung prüfen, ob Kennung und Register zusammenpassen und ob die Angaben korrekt, vollständig und aktuell sind.
Der Pass wirkt über den Verkauf hinaus. Reparatur- und Recyclingbetriebe lesen über den QR-Code aus, welche Stoffe im Produkt stecken und wie es sich zerlegen lässt. So lassen sich Bestandteile gezielt zurückgewinnen und erneut einsetzen. Rohstoffe bleiben im Kreislauf, und Unternehmen werden unabhängiger von einzelnen Lieferanten.
Den Anfang machen Batterien. Für die übrigen Produktgruppen legt die EU-Kommission die Termine in eigenen Rechtsakten fest. Die Pflicht greift jeweils frühestens 18 Monate nach deren Inkrafttreten. Den aktuellen Stand führt die Europäische Kommission auf ihrer DPP-Seite.
Welche Frist für Ihr Sortiment gilt, klären wir im Erstgespräch.
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Herausforderung: Die Daten sind verstreut oder fehlen
Welche Angaben in den Pass gehören, legt die EU je Produktgruppe fest. Beim Batteriepass sind das unter anderem Materialzusammensetzung, CO2-Fußabdruck, Rezyklatanteil, Leistung und Lebensdauer sowie Hinweise zur Zerlegung. Für einen Produktpass braucht es Angaben aus Entwicklung, Einkauf, Fertigung, Qualitätssicherung und von Lieferanten. In vielen Unternehmen liegen sie in getrennten Systemen: Stücklisten und technische Merkmale im PLM, Stammdaten im ERP, Fertigungsdaten im MES, Produktinformationen im PIM, Nachweise in Lieferantenportalen oder Excel-Listen.
Die Daten sind selten vollständig. Wie bei jeder ESG-Regulierung verlangt der Pass spezifische Kennzahlen. Die Rohdaten dafür sind mal besser, mal schlechter verfügbar, manchmal fehlen sie ganz oder liegen bei Zulieferern in der vorgelagerten Wertschöpfungskette.
Wer daraus von Hand Pässe baut, schafft das für ein Pilotprodukt. Bei einem großen Sortiment ist es nicht mehr zu leisten, denn die Skalierung fehlt. Beim Batteriepass braucht zudem jede einzelne Batterie ihren eigenen Pass. Werden Batterien zu einem Speicher zusammengeführt, ist zusätzlich ein übergeordneter Pass nötig, der auf die Einzelpässe verweist. Hinzu kommt die Pflege: Wechselt ein Lieferant oder ein Material, muss der Pass nachziehen.
Lösung für den Digitalen Produktpass: Digitaler Zwilling und Pässe per Knopfdruck
Sopra Steria führt die Daten aus Ihren Systemen und aus der Lieferkette automatisch zusammen und erstellt daraus den Produktpass. Was bisher von Hand zusammengetragen wird, steht nach der Anbindung auf Knopfdruck bereit. Über den QR-Code am Produkt sehen Kunden, Partner und Behörden jeweils die Angaben, die für sie bestimmt sind, von der Herkunft der Rohstoffe bis zum Recycling.