EU-Großauftrag: Sopra Steria und IDEMIA entwickeln neues System für den Abgleich biometrischer Daten zum Schutz der Grenzen des Schengen-Raums



Sopra Steria und der Augmented-Identity-Anbieter IDEMIA entwickeln ein neues System für den Abgleich biometrischer Daten zum Schutz der europäischen Grenzen. Die Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts (eu-LISA) hat einen entsprechenden Rahmenvertrag für die Bereitstellung des neuen Shared Biometric Matching System (sBMS) an das Konsortium vergeben.

Der Schengen-Raum, eine Zone, in der 26 europäische Länder ihre Binnengrenzen für Reisende abgeschafft haben, ist der Schlüssel zur Erleichterung des freien, uneingeschränkten Personenverkehrs. Das gemeinsame biometrische Abgleichsystem zielt auf die Bekämpfung der illegalen Einwanderung und der grenzüberschreitenden Kriminalität ab. Der Auftrag wurde nach einem offenen Ausschreibungsverfahren (LISA/2019/RP/05 EES BMS und sBMS) von eu-LISA vergeben. Seine Laufzeit beträgt vier Jahre mit der Option auf Verlängerung von bis zu sechs Jahren.

2022 wird das sBMS eines der größten biometrischen Systeme der Welt sein – wenn alle bestehenden und künftigen biometrischen Datenbanken der Europäischen Union mit Fingerabdrücken und Gesichtsbildern von über 400 Millionen Personen mit Staatsangehörigkeit von Drittstaaten integriert sind. Die Lösung basiert auf europäischer Biometrie-Technologie und wird die Identifizierungserfordernisse des neuen europäischen Einreise-/Ausreisesystems erfüllen. Das sBMS bildet somit einen Grundpfeiler für den Schutz der europäischen Grenzen. 

Das sBMS ist ein Beitrag zum „Maßnahmenpaket intelligente Grenze“ und zum Europäischen Interoperabilitätsrahmen. Es wird damit nicht nur dem künftigen Einreise-/Ausreisesystem (Entry/Exit System, EES) dienen, sondern auch zahlreichen weiteren Systemen, die in der EU bereits im Einsatz sind, z.B. dem Schengener Informationssystem (SIS), dem Visa-Informationssystem (VIS), Eurodac (European Asylum Dactyloscopy Database – europäische Fingerabdruck-Datenbank von Asylbewerbern) und dem künftigen System ECRIS-TCN (European Criminal Records Information System for Third Country Nationals – europäisches Strafregisterinformationssystem für verurteilte Drittstaatsangehörige). 

Die Unternehmen des Konsortiums unterstützen die Europäische Union bereits seit mehr als 15 Jahren beim Betrieb einsatzkritischer IT-Großsysteme, einschließlich VIS, SIS und Eurodac. Sie können Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den nationalen und regionalen Verwaltungen der EU-Mitgliedsstaaten und mit Partnern aus dem Privatsektor im Bereich der Steuerung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs über Luft-, Land- und Seegrenzen hinweg vorweisen.

„Als europäischer Marktführer im Bereich der digitalen Transformation und der inneren Sicherheit ist Sopra Steria stolz darauf, seine langjährige Partnerschaft mit eu-LISA auszubauen und an der Implementierung eines wesentlichen und zentralen Elements nicht nur für das zukünftige Einreise-/Ausreisesystem, sondern auch für andere Kernsysteme mitwirken zu können. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Konsortium die beste Lösung und das beste Serviceangebot vorzuweisen hat, um eu-LISA bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu begleiten und das künftige gemeinsame Biometrie-System mit hohem Nutzwert für die Anwender bereitzustellen“, so Laurent Giovachini, Deputy CEO von Sopra Steria.

 „Wir danken eu-LISA für das erneut entgegengebrachte Vertrauen. Als Unternehmen, das seit den ersten Gesprächen mit der Europäischen Kommission an der Initiative „Intelligente Grenzen“ mitwirkt, freuen wir von IDEMIA uns darauf, dieses wichtige Projekt gestützt auf unser umfassendes Verständnis der derzeitigen europäischen Systeme mitzugestalten. Zusammen mit unseren Partnern werden wir wegweisende Biometrie-Technologie und unser volles Engagement einbringen, um zu einer der anspruchsvollsten biometrischen Großdatenbanken der Welt hinsichtlich Präzision und Reaktionszeit für ein sichereres Europa beizutragen“, sagt Philippe Barreau, European Vice President, Public Security & Identity von IDEMIA.

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Nils Ritter

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