Bundesanstalt für Straßenwesen reduziert Baustellenstaus

Intelligente Baustellenplanung auf Bundesautobahnen
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Cloud-basiertes Verkehrsanalysesystem (VAS) ermöglicht bundesweit einheitliche Beurteilung der Auswirkungen von Autobahnbaustellen auf den Verkehr.

Auf den Autobahnen in Deutschland führen Baumaßnahmen immer wieder zu Behinderungen im Verkehr. Die Staus sind ärgerlich für die betroffenen Verkehrsteilnehmer. Zudem stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar und verursachen durch Behinderungen im Verkehrsablauf volkswirtschaftlichen Schaden.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) möchte Ärger, Risiken und Kosten für die Verkehrsteilnehmer reduzieren und deshalb die Auswirkungen einzelner Baumaßnahmen sowie negative Effekte infolge des Zusammenwirkens mehrerer Baumaßnahmen schon im Vorfeld der Durchführung mess- und vergleichbar machen. Anfang 2018 wurde hierzu unter Federführung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Entwicklung eines zentralen IT-Verfahrens für die Bewertung der volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Baustellen auf den Verkehr beauftragt, das sogenannte Verkehrsanalysesystem (VAS). Sopra Steria war bereits seit Anfang 2017 für die BASt als Projektsteuerer an der Konzeption, Vergabe und Realisierung der Fachanwendung beteiligt.

 

 

Die Fakten

  • 800 Baustellen längerer Dauer gibt es pro Jahr auf Autobahnen in Deutschland.
  • Sopra Steria verantwortet im Auftrag der BASt Betrieb und Service des VAS.
  • Das Verkehrsanalysesystem ist für eine mittlere dreistellige Nutzerzahl ausgelegt.
  • Der IT-Betrieb erfolgt mittels einer OVHcloud-Infrastruktur im Rechenzentrum Limburg.

Die Herausforderung

Im Sommer 2020 mussten die Projektplaner kurzfristig eine alternative Lösung für den IT-Betrieb erarbeiten. Der Grund: Ursprünglich sollte das VAS auf einer BASt-eigenen IT-Infrastruktur betrieben werden. Diesen Plan mussten die Projektverantwortlichen aufgrund der Auswirkungen der seit Frühjahr 2020 anhaltenden Corona-Situation verwerfen. Eine Verschiebung des Starttermins war mit Blick auf die beteiligten Stakeholder nicht möglich.

Erschwerend hinzu kam, dass die zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen zur Bemessung der notwendigen IT-Infrastruktur auf vorläufigen Annahmen beruhten. Die Daten mussten erst noch durch ausstehende Lasttests sowie Erfahrungen aus dem Probebetrieb validiert werden. Gefordert war somit ein hohes Maß an Flexibilität, um auch kurzfristig auf veränderte Anforderungen an Rechen- und Speicherbedarf reagieren zu können.

 

Die Lösung

Sopra Steria stellte die IT-Infrastruktur für das Verkehrsanalysesystem bereit, übernahm den Aufbau der Betriebsumgebungen und betreibt das VAS in den kommenden Jahren (zunächst bis 09/2024).

Für die Ausführung des Auftrags fiel die Wahl auf die Infrastruktur des europäischen Cloud-Dienstleisters
OVH mit seinem Rechenzentrum in Limburg. Der Cloud-Anbieter erfüllt sämtliche Anforderungen der BASt und die straffen Vorgaben hinsichtlich Aufbauzeit, Flexibilität und Kosten-Nutzen-Verhältnis.

 

Die Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit war ab Beginn der Vorbereitung der Betriebsübernahme und ab Start des Probebetriebs geprägt von einem konstruktiven Austausch auf Augenhöhe zwischen den unterschiedlichen Projektbeteiligten.

Zentraler Erfolgsfaktor 
In einem Kraftakt gelang es damit der Projektleitung der BASt und Sopra Steria gemeinsam mit dem IT-Betrieb
der BASt, dem Entwickler und dem Cloud-Dienstleister, die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Verantwortungsübergang und einen zuverlässigen Betrieb zu schaffen. Zentraler Erfolgsfaktor hierfür war das seit 2017 aufgebaute Vertrauen der handelnden Akteure und Personen untereinander.

 

Das Ergebnis

Das VAS nahm wie geplant im Herbst 2021 den 3-monatigen Probebetrieb auf. Damit konnten Nutzerinnen und Nutzer fristgerecht erste Erfahrungen mit der Anwendung des Systems sammeln. 

Die gewählte Cloud-Lösung bewährte sich bereits in dieser Phase in Bezug auf die Flexibilität. Die ersten Lasttests ergaben, dass eine andere Dimensionierung der IT-Infrastruktur erforderlich ist. Die Anpassung wurde innerhalb kürzester Zeit unter Realbedingungen durchgeführt. 

In dieser neuen Konfiguration bewährte sich das VAS in der sich anschließenden Pilotphase, so dass der Wirkbetrieb wie geplant zum 01.05.2021 starten konnte. Seitdem läuft das VAS unter technischen Gesichtspunkten stabil.

Es ist vorgesehen, bis Herbst 2021 weitere Drittsysteme der Autobahn GmbH an das VAS anzubinden. Dazu werden unter anderem Fachrollen so umgesetzt sein, dass das VAS seine ihm zugeordnete Aufgabe im Rahmen der Baubetriebsplanung in vollem Umfang erfüllen kann.

Über den Kunden

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist eine technisch-wissenschaftliche Forschungseinrichtung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Ihr Auftrag ist es, die Sicherheit, Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit der Straßen zu verbessern. Dem Bundesministerium gibt die BASt in fachlichen und verkehrspolitischen Fragen wissenschaftlich gestützte Entscheidungshilfen. Die Aufgaben umfassen Beratungs- und Gutachtertätigkeiten, Prüfungen und die Planung und Durchführung von Forschungsprojekten. Die BASt wurde 1951 gegründet, hat ihren Sitz in Bergisch Gladbach und beschäftigt etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


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